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:: Wie, Verletzungen beim Kampfsport?!?

Alles rund um Sportverletzungen beim Kampfsport

Es ist Sport, der uns fit halten soll, uns aber auch oft einige ungewollte Verletzungen bringt.
Auch richtiges Trainieren bringt Verletzungen mit sich, mal Größere, mal Kleinere.
Doch diese gehören zum Spaß bringenden Sport dazu.
Viele Beschwerden gerade des Bewegungs- und Herz/Kreislaufapparates können dadurch bis ins hohe Alter hinein vermieden werden. Natürlich ist nicht nur das, sondern auch der Spaß und die Freude daran ein Grund für den großen Prozentsatz der Bevölkerung, die aktiv Sport treiben. Doch ob es sich nun um Freizeit-, Breiten- oder Leistungssportler handelt, Verletzungen sind hier, wie auch beim Ju-Jutsu und Judosport an der Tagesordnung. Vor allem mangelnde Wurf- und Falltechniken, Fehlverhalten im Kampf und zu harte ( bzw. unfaire ) Kampfweise führen schnell einmal zu Verletzungen. Diese Mängel sollten deshalb als erstes abgestellt werden. Doch auch ohne diese Gründe kommt es immer mal wieder zu Verletzungen.
Dies nicht zuletzt deswegen, weil den meisten einfache Vorbeugungsmaßnahmen nicht bekannt sind, sie außerdem keine kompetenten Ansprechpartner haben, oder kein Wissen über die Behandlung der Verletzungen besitzen.
Deshalb wird häufig herumgedoktert oder gleich gar nichts getan und somit die Verletzung weiter verschlimmert.

Zuerst eine Grundregel für Dinge die dick werden, bei der man nicht allzuviel schadet:
kühlen (min. 10 min fliessend kaltes Wasser, da 5 Min. oder weniger nichts bringen)
• hochlegen
• ruhigstellen
• Druckverband

Gerade bei Kampfsportarten wie Ju-Jutsu und Judo werden folgende Körperteile besondern in Anspruch genommen, die schnell verletzt werden können:

• Kopf (Ohren, Augen, Nase, Kiefer, Gebiß)
• Bein (Kniegelenk, Kniescheibe, Oberschenkelmuskelatur + Bänder)
• Fuß (Zehen)
• Arm (Schultergelenk + Ellebogen)
• Hand (Handgelenk + Finger)
• Brustkorb (Rippen)

Verletzungen kann vorgebeugt werden, wenn man auf seinen Körper hört und sich allgemein "ausgiebig" aufwärmt.
Wer also z.B. zu spät zum Training kommt, wärmt halt noch alleine etwas länger auf.
Ein gut vorbereitetes Training unterstützt die Verletzungsreduzierung.
Denn die richtige Ausrüstung wie Handschützer, Schienbeinschoner, Tiefschutz, Zahnschutz etc. beugt ebenfalls Verletzungen vor.


Sport und Erste Hilfe

Nachfolgende Zahlen, Daten und Fakten verdeutlichen, welchen Gefahren sich ein Sportler möglicherweise aussetzt:

1 Million jährliche Sportunfälle in der BRD
250.000 ärztliche Behandlungen
2,3% jährl. durchschnittl. Unfallhäufigkeit organisierter Sportler
0,02% Invaliditätsfälle
0,002% Todesfälle

(Oder anders gerechnet: Es ereignen sich jährlich bei 40.000 Sportlern 1 Todesfall,
10 Invaliditätsfälle und 1000 Sportunfälle.)

Ein Trost: Nur etwa jeder fünfte Sportunfall muß letztlich medizinisch behandelt werden,
dies sollte aber auf keinen Fall zu Nachlässigkeit beim Umgang mit Verletzungen verführen.
Beim leisesten Zweifel sollte deshalb immer ein Arzt aufgesucht werden.

Kosten, die durch Sportunfälle entstehen: 500 Millionen Eur jährlich!
Kosten für Erkrankungen allerdings, die maßgeblich durch Bewegungsmangel mitbedingt werden:
30 Milliarden Eur jährlich!!! (Deutsches Ärzteblatt 43/1984)

Arten der Sportverletzungen:
35,5% Prellungen und Verstauchungen
28,4% Knochenbrüche und Verrenkungen
21,3% Verletzungen von Sehnen, Bändern, Muskeln
7,2% Weichteilverletzungen
4,0% Zahnverletzungen
2,9% Verletzungen von Nerven und Gehirn
0,7% sonstige Verletzungen 

Grundsätze der Ersten Hilfe bei Notfällen im Sport

Ursachen von Notfällen bei der Sportausübung
falsche Technik: z.B. durch falsch angelernten Bewegungsablauf
ungenügendes Aufwärmen: 5 Minuten Aufwärmarbeit: 50%; 30 Min. Aufwärmarbeit 100% des Aufwärmeffektes!
Optimal aufgewärmter Muskel heißt optimale Leistung mit kleinstmöglichem Verletzungsrisiko!
Ermüdung des Bewegungsapparates: Nach ca. 90 Minuten Erhöhung des Verletzungsrisikos!
Fremdeinwirkung: Hindernis, Zuschauer, Gelände...
Behinderung des Gegners: Wettkampf
aktuelle oder nicht ausgeheilte Verletzungen/Erkrankungen: z.B. Infekte/ Grippe, Elektrolytstörungen, Narbenbildungen
unzureichender Trainingszustand: Gefahr durch falsches Training, Gelegenheitssport
falscher Ehrgeiz: Kompensation fehlender Erfolge, Furcht vor Blamage
ungünstige Rahmenbedingungen: Bodenbeschaffenheit, Witterung, Kleidung, Schuhe
• Muskelungleichgewicht (Disbalancen): unausgewogenes Funktionsverhältnis Beuger/Strecker (verkürzt, verstärkt),
dadurch gegenseitige Beeinflussung, Leistungsminderung, Fehlstatik
• Psychischer Zustand des Sportlers: Umwelteinflüsse, Familie, Allgemeinbefinden
• mangelnde Konzentration: Müdigkeit, "Abschalten"


Mögliche Vorbeugung von Notfallsituationen
genügende Aufwärmarbeit
Vernunft
ggf. Verzicht auf Sportausübung bei ungünstigen Rahmenbedingungen
ausreichende Fitness für die Art und Intensität der Sportausübung
rechtzeitiges Aufhören
kein falscher Ehrgeiz
Fairneß
kein Sport bei fieberhaften Erkrankungen
kein Sport nach längerem Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen
kein Wettkampfsport bei schlechtem Allgemeinzustand
Vorsicht am Anfang und Ende der Sportstunde bei vorbestehenden Erkrankungen Sport nur nach ärztlicher Genehmigung


Sportschäden/Sportverletzungen

'Verletzung' ist eine umfassende Bezeichnung für alle Vorgänge, die die
Unversehrtheit eines Gewebes oder Organteiles zerstören bzw.
beschädigen, sei's im Sinne eines akuten Geschehens. z.B. einer Prellung,
einer Zerreißung oder eines Bruches, oder im Sinne einer anhaltenden Schädigung, z.B. einer Entzündung
oder einer Aufbraucherscheinung (Degeneration).

Die Schädigung kann unterschiedlicher Natur sein:
Handelt es sich um ein plötzlich eintretendes, einmaliges Geschehen, so spricht man von einem Sportunfall. Ist das Schädigungsgeschehen jedoch verzögert oder tritt es mehrfach und geringgradig auf, so liegt ein primärer Sportschaden vor, wie z.B. beim Tennisarm.
Bei verletzungsgerechtem Verhalten, ordnungsgemäßer Erster Hilfe und ausreichender richtiger ärztlicher Behandlung kann der Sportunfall und der primäre Sportschaden ausgeheilt und uneingeschränkte Sportfähigkeit wiederhergestellt werden.

Treten jedoch in der Behandlung und im Verhalten beim Vorliegen einer Sportverletzung Versäumnisse auf, oder ist aber die Schädigung zu einschneidend, so ist die Sportverletzung als sekun-därer Sportschaden zu bezeichnen und führt schließlich zu eingeschränkter Sportfähigkeit. Der sekundäre Sportschaden ist somit die verbleibende Folge eines entsprechend schweren Sportunfalls oder eines primären Sportschadens und dokumentiert sich in Form von bleibenden Gewebs- oder Organzerstörungen oder in Form von Aufbrauchschäden, z.B. dem Gelenkverschleiß (Arthrose).

Grundsätzliche Vorgehensweisen bei Notfällen bei der Sportausübung
(Erkennen - Überlegen - Handeln)

Erkennen:
Neben den üblichen Erkennungsmerkmalen ergeben sich bei Sportunfällen einige Besonderheiten, z.B.:

Seitenvergleich bei verletzten Extremitäten" (Arme/Beine): Unterscheiden sie sich in der Form (Dicke, Länge, Verlauf)?
Gibt es unterschiedliche Einschränkungen der Beweglichkeit? Unterschiedliche Schmerzempfindlichkeit? Belastungsfähigkeit?
Allgemeine Bewegungseinschränkungen: Kann der Betroffene sitzen/stehen/gehen/laufen?
Schonhaltungen: Hinkt der Betroffene? Greift er sich an Arm oder Bein? Presst er die Hände an den Leib?
Veränderte Bewegungsabläufe: Gibt es eine starke Einschränkung der Leistungsfähigkeit? Fehlt die Präzision?
Gibt es fahrige, unkontrollierte Bewegungen?

Überlegen:
Siehe Ausführungen zum Verletzungszirkel

Handeln:
Grundsätzlich gilt, daß Erste-Hilfe-Leistungen so früh als möglich einsetzen sollen. Dies bedeutet, den Sportler in
seiner Sportausübung zu unterbrechen, ihn im schlimmsten Falle sogar "aus dem Training/Kampf holen".

Am Beispiel der Kältebehandlung, z.B. bei einer Verletzung des Bewegungsapparates, soll dies verdeutlicht werden:

Jede Minute, die man bis zum Beginn der Kältebehandlung wartet,
verlängert den Genesungsprozeß um einen ganzen Tag


Weiterhin muß der betroffene Sportler beobachtet und betreut werden.
Bei unklaren Symptomen oder in Fällen, die nicht als "Bagatelle" eingestuft werden können, ist immer ein Arztbesuch empfehlenswert.


Verbote bei Sportverletzungen


Bei allen schwerwiegenden Verletzungen des Bewegungsapparates besteht für 24 Stunden absolutes Alkoholverbot!
Keine wärmenden Behandlungen (Salben, Bestrahlungen, Bäder, Sauna)! Keine Massagen!
Keine gerinnungshemmenden Salben (z. B. heparinhaltige Salben)!


OHRENKULT aus Rio de Janeiro

Schaut man in das Gesicht eines professionellen Kämpfers, so sind dort oft Spuren seines Berufes zu erkennen.
Hierzulande meint man die harten Jungs anhand ihrer Nase (Boxernase) zu erkennen.
In Rio hingegen wandert der Blick zuerst zu den Ohren. Die Ohren der Kämpfer weisen meist deutliche Gebrauchsspuren auf. Drei besonders schöne Beispiele habe ich für Euch hier abgebildet.
Die Ohren gehören zu Kämpfern der folgenden drei Akademien:
World Fight Center, RFT Luta Livre und Brazilian Top Team



Hierzu muss man aber wissen, dass so heftige Bilder entstehen und bleiben können.

Entstehung:
In jedem Bodenrandori (Bodenkampf) kommt es mal vor, dass man mal selber im Kesa-Gatame (seitliche Halteposition) oder im Schwitzkasten in einer anderen Position im Boden gewürgt wird.
Für die harten Jungs unter uns (ich zeige auch gerade auf), die sich "Mate" (Aufgabe) nicht geben wollen, kämpfen auch unter den härtesten Schmerzen, um aus dieser Halte- und Würgetechnik heraus zu kommen. Oft wird hierdurch der Wille und das Vertrauen des Partners gebrochen, da er seiner Technik nicht mehr vertraut und sich einbildet, dass diese nichts bringe oder gar nicht funktioniere.
Partner ihr irrt; wir sind nur oft zu schmerzbefreit oder zu egoistisch.
Durch teilweise unsaubere oder halb gelöste Techniken wie das Würgen am Kopf, statt am Hals, werden z.B. unschuldige Ohrmuscheln brutal in Mitleidenschaft gezogen.

Verletzung:

Hierbei reibt der würgende Arm die Ohrmuschel so intensiv, dass sich innere Hautschichten vom Ohrmuschelknorpel lösen und sich so, wie bei einer Blase am Fuß, Wasser in der Ohrmuschel sammelt.
In härteren Fällen können kleine Blutgefäße platzen und damit unterscheidet der HNO (Hals- Nasen- und Ohrenarzt) zwischen einer Ansammlung von Wasser oder einem Hämatom (Ansammlung von Wasser mit Blut).
Sind Blutgefäße geplatzt, kann man dies oft optisch an einer leicht bläulichen Ohrmuschel erkennen.
In meinem Fall, konnte man es nicht sehen, obwohl auch Blutgefäße geplatzt waren.
Die fachliche Diagnose lautet: Otserom (links oder rechts) / Othämatom (links oder rechts) / Septumdeviation

Behandlung:

Es gibt 2 Verfahren, die der HNO anwendet:
A: Der HNO lässt durch eine Spritzennadel das Wasser + Blut in eine Kanüle ablaufen oder wie in meinem Fall durch gleich 2
B: In einer richtigen OP wird hinterm Ohr ein Schnitt gemacht und die Flüssigkeit abgelassen + rausgeschnitten. Hierbei kann auch schon festgesetzte Flüssigkeit gegenüber der Spritzenlösung heraus geschnitten werden.
Zum Ende der OP werden die gelösten Hautschichten wieder an den Knorpel genäht.
In der Heilungsphase sollte man min. 4 Wochen kein intensiven Sport ausüben, um kein Nachtropfen zu provozieren.

Wird nichts gegen die Verletzung unternommen, verhärtet irgendwann das Wasser am Knorpel und das Ohr ist deformiert (Blumenkohlohr).

Diese Verletzungen ist nicht zu verwechseln mit der Ohrmuschelperichondritis; hier ist der Auslöser eine bakterielle Infektion.


Verrenkung des Schultergelenkes

Eigentlich nur ein Reflex: Ein Kämpfer wird geworfen oder einfach nur im Gleichgewicht gebrochen, versucht jedoch, den Sturz mit den Armen abzufangen. Doch durch diesen Reflex können schlimme Verletzungen auftreten.
In erster Linie eine Schulter-Luxation.

Die Schulter-Luxation (Verrenkung) ist eine relativ häufige Sport-Verletzung. Dazu kommt es meist dann, wenn ein Sportler bei einem Sturz die Arme anhebt und versucht, damit den Körper abzufangen. Speziell wenn das Gewicht auf einem Arm lastet und der Arm bei diesem Sturz nach außen gedreht wird.
Die anteriore Luxation (Verrenkung nach vorn/unten) ist die häufigste Form.
Leider kann es bei Schulterverrenkungen zu weiteren "gewohnheitsmäßigen" Luxationen kommen.
Das heißt, diese tritt später relativ leicht ohne wirkliches Unfallereignis auf.
Der Sportler bringt seine verletzte Schulter sofort nach dem Unfallereignis in eine Schonhaltung (der Unterarm wird vor dem Bauch festgehalten). Ein starker Schmerz tritt im gesamten Arm, speziell aber im Schulterbereich auf. Eine sofortige Behandlung bei einem Arzt ist notwendig.

Diagnose:

Bei der ersten Diagnose fällt die oben beschriebene Schonhaltung des Armes sowie eine Unfähigkeit, den Arm im Schultergelenk zu bewegen, auf. Der Oberarmknochen läßt sich oft als eine Verwölbung in der Achselhöhle tasten und dort wo sich eigentlich der Oberarmkopf (in der Gelenkpfanne) befinden sollte, kann häufig die leere Gelenkpfanne getastet werden. Zur genauen Sicherung der Diagnose wird ein Röntgenbild angefertigt.

Behandlung:

Meist ist es so, daß die Komplikationen einer Schulterverrenkung umso geringer sind, je schneller das Gelenk wieder eingerenkt wird. Ebenfalls ist dann der Heilungsprozeß auch kürzer. Häufig ist es nur möglich, die Schulter unter Narkose wieder einzurenken.
Nachdem dies geschehen ist, wird der Arm in einem speziellen Verband für zirka vier bis sechs Wochen am Körper fixiert gehalten. Durch diesen Verband wird der Gelenkkapsel sowie den Bändern Zeit zur Ausheilung gegeben. Unterbleibt eine solche Ruhigstellung des Armes, besteht die Gefahr der Kapsel/Bandüberdehnung sowie einer späteren Gelenkinstabilität. In den letzten Jahren hat sich die Therapie jedoch ein wenig gewandelt, so daß man heutzutage gerade bei jungen Sportlern häufig eine frühzeitige operative Stabilisierung durchfuhrt.

Rehabilitation und Rekonvaleszenz:

Ganz gleich, ob konservativ oder operativ vorgegangen wird, so sollte nach einer Ruhigstellung des Armes von vier bis sechs Wochen mit einem intensiven Rehabilitationsprogramm begonnen werden, da das Schultergelenk leider dazu neigt, schnell zu versteifen. Das Reha-Programm besteht hauptsächlich aus Bewegungsübungen sowie aus einem speziellen Krafttraining, um das Schultergelenk durch eine gute Muskulatur zusätzlich zu stabilisieren. Im Allgemeinen ist die Sportfähigkeit des Patienten nach zwei bis drei Monaten wieder hergestellt.


Sprengung des Schultereckgelenkes

Ursachen:
Zu der Sprengung des Schutereckgelenkes kommt es fast ausschließlich durch einen Sturz auf die Schulter, wie er z.B. beim Seoi-Nage (Schulterwurf), Soto-Maki-Komi (Außendrehwurf) etc. vorkommt. Bei dieser Verletzung wird das äußere Ende der Schulter (Acromion) heruntergedrückt und das Schlüsselbein wird durch starke Bänder festgehalten.
Als Folge dieser Verletzung bricht entweder das Schlüsselbein oder die Bänder des Schultereckgelenkes zerreißen.

Diagnostik:
Die Verletzung der Bandstrukturen wird am häufigsten nach der Klassifizierung von Tossy in drei Schweregrade eingeteilt.

Grad I: Dehnung der acromioclaviculären Bänder
Grad II: Zerreißung der acromioclaciculären Bänder und Dehnung der coracoclaviculären Bänder
Grad III: Zerreißung der acromioclaviculären und der coracoclaviculären Bänder

Eine weitere Einteilung dieser Verletzung wurde von Rockwood angegeben auf welche ich hier jedoch nicht eingehen möchte.

Um die Diagnose zu stellen erfolgt zunächst die körperliche Untersuchung des Patienten. Bei allen drei Verletzungsgraden findet man einen Druckschmerz über dem Schultereckgelenk. Fast immer findet sich auch eine Schwellung über diesem Gelenk. Bei den Schweregraden II und III sieht man oft eine hämatogene Verfärbung. Bei der Tossy III Verletzung erkennt der Patient selber einen Hochstand des äußeren Schlüsselbeines. Die Beweglichkeit in der verletzten Schulter ist fast immer, mehr oder weniger stark, eingeschränkt. Speziell beim Schweregrad III lässt sich vom Untersucher das äußere Schlusselbeinende wie eine Klaviertaste hinunterdrücken, welche sich anschließend wieder nach oben bewegt.
Die endgültige Diagnose wird anschließend anhand von Röntgenaufnahmen gestellt.
Zur genauen Klassifizierung und entgültigen Unterscheidung der Verletzung in den Schweregrad II oder III werden Gewichte von 10 - 15 Kg an den Handgelenken des Patienten befestigt und anschließend erfolgt noch einmal eine Röntgenaufnahme.
Röntgenaufnahme mit Gewichten Hochstand des Schlüsselbeines (TossyIII)

Therapie:
Die stabile Tossy I Verletzung wird nicht operiert und sollte möglichst bald nach der Verletzung konservativ mit Krankengymnastik behandelt werden.
Bei der Tossy II Verletzung ist ebenfalls in aller Regel die konservative Therapie mit Krankengymnastik, Strombehandlung und abschwellenden Medikamenten ausreichend. Bei Patienten die jedoch viel über Kopf arbeiten müssen oder auch Handball-, Basketball- und Volleyballspielern ist die operative Therapie oft die bessere.
Die Tossy III Verletzung sollt operativ behandelt werde.

Operative Theraphie:
Die am häufigsten durchgeführte operative Therapie ist die Stabilisierung des Schultereckgelenkes mit einem Spickdraht welcher zunächst durch das Acromion gebohrt wird, dann wird das äußere Schlüsselbeinende in seine ursprüngliche Lage gedrückt und anschließend wird der Draht weiter in das Schlüsselbein hineingebohrt.

Röntgenaufnahme direkt nach der OP


Diese Stabilisierung kann zusätzlich noch mit einer Drahtschlinge stabilisiert werden, was jedoch nicht immer notwendig ist. Weitere Möglichkeiten zur Stabilisierung des gesprengten Schultereckgelenkes sind die Verwendung von Schrauben und Platten, welche jedoch oft einen größeren operativen Aufwand bedeuten.
Postoperativ erfolgt eine Ruhigstellung im Gilchristverband, aus welchem heraus jedoch Bewegungsübungen duchgeführt werden dürfen. Nach 6-8 Wochen wird der Spickdraht wieder entfernt.


Gelenkverstauchungen (Distorsion)

Verstauchungen treten meist bei einem unnatürlichen Bewegungsablauf (also umknicken, scheren) auf. Charakteristisch ist ein sofortiger Schmerz mit zunehmender Schwellung und Blutergußbildung. Nicht selten tritt das wahre Ausmaß der Verletzung erst nach Stunden oder am nächsten Morgen zu Tage. Bei der Verstauchung kommt es zu einer Zerreißung des Unterhautgewebes und zusätzlich treten meist noch Schäden an der Gelenkkapsel und an den Bändern (Dehnung, Riß) auf. Das wahre Ausmaß einer solchen Verletzung kann nur ein erfahrener Mediziner feststellen. Damit ist eine Einschaltung des Arztes immer zu empfehlen. Dabei sollte unbedingt (eventuell auch durch den Verletzten) eine Röntgenaufnahme gefordert werden. Beim Auftreten sollte das betroffene Gelenk unbedingt gekühlt werden. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung ist mehrmals täglich ein Kühlung von über einer halben Stunde zu empfehlen. Zusätzlich dazu sind gelenkentlastende Kompressions- oder Stützverbände, Salben und wechselwarme Bäder anzuraten. Gips ist nur als letzter Ausweg zu empfehlen, da sich dadurch die Behandlungszeit erheblich verlängert. Die Sportfähigkeit ist meist nach 1-2 Wochen wieder hergestellt, wobei leichte Restbeschwerden ( Stützverband tragen ) noch lange Zeit, eventuell Monate bestehen können. Es sollte darauf geachtet werden, daß die haltenden Muskeln entsprechend trainiert werden, um das Gelenk zusätzlich zu stützen.

Sonstige Gelenkverletzungen
In der Praxis lassen sich die verschiedenen Arten der Gelenkverletzungen oft nicht voneinander unterscheiden,
vor allem dann, wenn keine offensichtlichen Verschiebungen vorliegen.

Verrenkung (Luxation)
Ist eine ganze oder teilweise Trennung der Gelenkflächen, in den meisten Fällen einhergehend mit schweren Kapsel- und/oder Bänderverletzungen. Typische Verrenkungen: Fingergelenke (durch Hebel), Ellbogen-, Schultergelenk (Stürze), Kniegelenk oder Hüftgelenk (Stürze durch unkoordinierte Würfe, wie beim Wettkampf)

Erkennen:
• stechende Schmerzen
• Schwellung
• Funktionseinschränkung
• evtl. abnorme Beweglichkeit
• verschobene Gelenkkontur
• ggf. abnorme Lage

Maßnahmen:
Kühlung ohne Kompression (Eisschwamm-Abreibung, Kältekissen)
keine Einrenkungsversuche
Ruhigstellung mit geeigneten Materialien
Notruf


Gelenkbruch

Bei allen schweren Gelenkverletzungen besteht auch immer die Gefahr des Gelenkbruches.
Hinweis: Alle Arten von Gelenkverletzungen sind einander sehr ähnlich und beim Fehlen von charakteristischen Anzeichen, wie Veränderung der Gelenkkontur oder abnorme Lage, die einen Hinweis auf ein vorliegendes schweres Gelenktrauma sein könnten, kann die Grundregel PECH angewandt werden. In allen anderen Fällen muß die Hilfeleistung entsprechend orientiert werden, vor allem auf die Kompression muß ggf. vollständig verzichtet werden.


Eine Sonderform der Gelenkverletzung ist die Meniskusverletzung. Die Menisci sorgen für Stabilität im gestreckten Kniegelenk. Bei auftretender Belastung im gebeugten Zustand kann einer der beiden halbmondförmigen Knorpelscheiben gequetscht und eingerissen werden. (Häufig im Skisport und bei Fußballern, da der Fuß bei Drehbewegung des Oberkörpers durch Ski- oder Stollenschuhe fixiert bleibt.) Eine häufig vorkommende Verletzung ist auch die Sprunggelenkverletzung.


Knochenverletzungen
Knochenprellung (z.B. Schienbein)

Treten häufig durch Sturz oder Schlag auf, z.B. bei Würfen oder Low-Kicks.

Erkennen:
starker Schmerz im Prellungsgebiet
evtl. Schwellung
keine Bewegungseinschränkung
Hömatom

Hinweis: Bei Kindern und Jugendlichen kann es zu einem sog. "Grünholzbruch" kommen, bei dem Belastungsfähigkeit und Knochenform erhalten bleiben können. Deshalb ist ganz besonders bei jungen Menschen im Zweifelsfall immer ein Knochenbruch anzunehmen.

Maßnahmen:
Kältebehandlung (Eisschwamm,20 Min., Kältekissen)
ggf. Schonung
ggf. Arztbesuch


Knorpel- und Knochenbrüche

Diese Verletzungen treten normalerweise nur bei grober Gewalteinwirkung oder dauerhafter und starker Überbelastung auf (Ermüdungsbrüche). Sie erfordern eine sofortige Ruhigstellung und gehören sofort in die Hände eines erfahrenen Arztes. Jegliche Selbsttherapie ist hier zu unterlassen, da meist mehr Schaden als Nutzen angerichtet wird und nichtabsehbare Spätfolgen eintreten können.

Armbruch Armbruch

Muskelverletzungen

Alle Infos + Muskelverletzungen unter: Die Grundlagen des Muskels



Überlastungsschäden im Sport

Sehnenreizung, Sehnenscheidenentzündung entstehen durch chronische Überbelastung einzelner Teile des Bewegungsapparates. Verstärkt wird diese Überlastungserscheinung durch falsche Bewegungsmuster, ungenügende Vorbereitung und Ermüdungserscheinungen. Sie treten auf z.B. an Unterarm (Tennis), Ferse (Läufer) oder Leiste (Fußball).

Erkennen:
Lokalisation von Schmerzen an Muskelansatz/-ursprung (Beispiel Achillessehne)
Schmerzen in Ruhe, Druckschmerz
Schmerzzunahme bei Belastung

Maßnahmen:
Kälteanwendung (Eisabreibungen mit Eisschwamm, Kältekissen)
ggf. Stützverband
Arztbesuch


Sehnenverletzungen

Sehnengewebe gehört zum wenig durchbluteten Gewebe im Körper und führt bei einer Verletzung zu einer recht langsamen Heilung. Schon im Alter von 25 - 30 Jahren verschlechtert sich die Blutversorgung zusätzlich. Dies führt zu einer Minderung der Reißfestigkeit, was durch entsprechendes Training ausgeglichen werden sollte.
Eine zusätzliche Belastung und meist den auslösenden Faktor stellt eine verkürzte Muskulatur dar.
Typische Schäden sind:

• Entzündungen des Gleitgewebes
• Sehenansatzreizungen
• Sehnenverkalkungen
• Sehnenrisse (vollständig und unvollständig)

Charakteristisch ist bei allen (natürlich außer dem akuten Riß) ein Anlauf-, Belastungs- und Druckschmerz, eventuell mit lokaler Verdickung. Außer einer Ruhigstellung und Kühlung, ist eine Muskeldehnung und Kräftigung des Antagonisten angebracht. Es sollte jedoch immer auch ein Arzt aufgesucht werden.



Bänderriß, Bänderdehnung


ist ein komplettes oder teilweises Reißen der ansonsten äußerst reißfesten kollagenen Fasern, verursacht durch Fehl- oder Überbelastung. Es tritt meist in Kombination mit einer Gelenkverletzung auf. Häufiges Auftreten bei Knöchel, Knie.

Erkennen:
akutes Ereignis
plötzliche starke, stechende Schmerzen
Schwellung/Ergußbildung
Bewegungseinschränkung (nicht immer)

Maßnahmen:
PECH
Schmerzschonende Ruhigstellung
Notruf (ggf. sofortige Operation erforderlich)


Schleimbeutelerkrankungen

Schleimbeutel finden sich überall dort, wo Weichgewebe (Haut, Muskeln, Sehnen) geschützt werden müssen, also zum Beispiel vor der Kniescheibe oder am Knöchel. Durch Schlag oder Stoß reißt die Wand des Schleimbeutels ein, es kommt zu einer starken Schwellung und einem ausgeprägten Belastungschmerz. Charakteristisch dafür ist auch ein schneeartiges Knirschen beim Drücken der Schwellung. Behandelt werden sollte die Verletzung durch eine Ruhigstellung im entlastenden Verband, Salbe und mehrmals tägliches Kühlen (~1/2 Stunde). Durch wiederholte Reizung kann auch eine chronische Form entstehen. Dann sollte als erstes der chronische Reiz beseitigt werden. Spätestens nach 4 Wochen sollte dann die Erkrankung ausgeheilt sein.


Störungen des Bewußtseins


Etwa bei jedem 10. Sportunfall ist der Kopf beteiligt. Das Gehirn als zentrales Steuerorgan ist dabei häufig beteiligt.
Schädelverletzungen kommen ganz besonders bei körperkontaktbetonten Sportarten, wie Boxen, Muay Thai, Kickboxen, Karate etc. vor.
Der Sportler selbst steht einer Kopfverletzung meist unkritisch gegenüber. Es ist deshalb für jeden Trainer, Lehrer und Betreuer wichtig, eine Kopfverletzung richtig zu beurteilen und auf kleinste Verhaltensveränderungen des Sportlers zu achten. Wenn z.B. ein Fußballspieler nach einem Kopfstoß leicht taumelt, seine Bewegungen nicht mehr koordiniert sind, er über Übelkeit klagt oder wenn ein Ju-Jutsu-Kämpfer nach einem Kopftreffer in seinen Bewegungen unsicher wird und nicht bekannte Bewegungsmechanismen zeigt, so muß in jedem Fall an eine Gehirnerschütterung gedacht werden und der Sportler aus dem Wettkampf genommen, das Training abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden.
Der Verletzte muß in einem solchen Fall unbedingt beobachtet werden.


Hyperventilationssyndrom

Der Sportler, der sich auf einen wichtigen Wettkampf vorbereitet, verspürt in seinem "Vorstartzustand" verständlicherweise eine besondere Nervosität. Dadurch ist möglich, daß er seine Atemfrequenz und -tiefe "fehlreguliert", d.h. den momentanen Stoffwechselbedarf übersteigend.

Erkennen:
die Situation selbst
tiefes und besonders schnelles Atmen
Erregungszustand, Angst
Erstickungsgefühl
Pfötchenstellung der Hände
Karpfenmund
Kribbeln in den Fingern und Fußspitzen

Maßnahmen:

Beruhigen
Abbruch des Startes, Herausnehmen aus Wettkampf
Aufforderung zu ruhigem, langsamen Atmen (vormachen!)
ggf. Rückatmung, z.B. durch "Handmuschel" (wenn Krankheitsbild bekannt ist!)
ggf. Notruf, vor allem wenn sich der Zustand nicht bessert.

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