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:: Was machen meine Muskeln?

Die Grundlagen des Muskels

Der Körper ist mit über 300 Skelettmuskeln ausgestattet.
Der Muskel überzieht ein oder mehrere Gelenke und ist durch eine Sehne mit dem Knochen verbunden. Diese Übergänge nennen sich Ursprung und Ansatz.
Der Ansatz oder Ursprung des Muskels geht entweder direkt in die Knochenhaut/Knochen über oder besitzt eine mehr oder weniger lange Sehne. Jeder einzelne besteht aus Tausenden von Muskelfasern, welche wiederum zu größeren Muskelbündeln zusammengefaßt sind. Der gesamte Einzelmuskel ist von einer dünnen, sehnigen Haut umschlossen.
Die Fasern lassen sich in langsame Muskelfasern (rote Fasern) und schnelle Fasern (weiße Fasern) unterteilen. Die langsamen Muskelfasern verfügen über ein größeres Maß an Ausdauer und sind somit für dynamische, längere Belastungen ausgelegt. Die weißen Fasern sind besonders für die statischen Belastungen von hoher Intensität von Bedeutung. Die Zusammensetzung der einzelnen Muskelfasern ist individuell sehr verschieden. Bei den Sprintern überwiegen die schnellen Fasern, bei Langstreckenläufern die langsamen Fasern.
Die Muskelverletzungen können die gesamte Einheit des Muskels von seinem Ursprung am Knochen über die Sehnen bis hin zum Ansatz betreffen. Durch die recht gute Durchblutung heilen aufgetretene Verletzungen relativ schnell und gut aus. Fast jede Muskelverletzung geht mit einer mehr oder weniger starken Blutung einher, die die Heilung behindern kann, so daß es notwendig ist, eine größere Blutansammlung zu verhindern.
Mit Ausnahme der direkten, stumpfen Gewalteinwirkung auf den Muskel (Prellung) gibt es eine Reihe von Faktoren, die die Entstehung einer Muskelverletzung begünstigen können:

• schlechter Trainingszustand
• zu kurze Aufwärm- und Dehnphasen
• Unterkühlung der Muskulatur
• alte Verletzungen mit Narbengewebe
• Muskelermüdung

Die Muskulatur kann durch direkte Gewalteinwirkung oder durch Überlastung geschädigt werden. Bei beidem entsteht eine Blutung, welche sich entweder im Muskel selbst oder zwischen den einzelnen Muskellogen ausbreiten kann.
Die meisten Muskelverletzungen sind recht harmlos, da sie gut verheilen. Jedoch sind sie für den Sportler oft ärgerlich, weil sie eine längere Sportpause bedingen

Ein Muskel ist angespannt (= kontrahiert), wenn er auf Veranlassung eines Nervenbefehls Spannung entwickelt und sich zusammen zieht. Ursprung und Ansatz sind angenähert. Durch diese Kontraktion kommt eine aktive Bewegung, zum Beispiel die Beugung des Ellbogens, zustande.
(beispeilsweise Handrückenschlag)

Ein Muskel ist entspannt, wenn er inaktiv ist, das heisst sich nicht kontrahiert.
Er befindet sich somit in einem Ruhezustand.

Ein Muskel ist gedehnt (= gestretcht), wenn Ursprung und Ansatz voneinander entfernt sind,
zum Beispiel die Streckung des Ellbogens, ohne dass ein Dehngefühl auftreten muss.
(beispielsweise Armstreckhebel)

Mit einer Stretchingübung wird versucht, zwischen Ursprung und Ansatz des Muskels eine möglichst grosse Distanz zu schaffen und ein Dehngefühl zu erreichen.

Die Muskulatur ist mit 40 bis 50% des Körpergewichtes das größte Organ des Menschen, welches neben stabilisierender und dynamischer Funktion auch sehr wichtige Aufgaben als Sinnesorgan hat und in ständiger Kooperation und Interaktion mit dem zentralen Nervensystem steht. Muskelverletzungen sind die häufigste Sportverletzung, nach FRANKE erleiden 20% aller Sportler jährlich eine Muskelverletzung. Die 639 Muskeln des Menschen sind sehr gut durchblutet bei einer Kapillardichte von 2000/mm2. Die sportliche Leistung ist in hohem Maße von einer störungsfreien und ökonomischen Muskelfunktion abhängig.


Regeneration

Um Muskulatur aufzubauen, ist es wichtig das der Körper viel Ruhe bekommt und vor allem viel Schlaf. Bei schweren Trainingseinheiten sind mindestens 8, besser sogar noch 10 Stunden Schlaf zu empfehlen. Außerdem verwechseln viele Leute, das der Muskel nicht beim Training wächst, sondern danach wenn der Körper versucht die vorangegangene Belastung auszugleichen.
Der Körper muß dann mit den optimalen Nährstoffen versorgt werden (z.B. Auffüllung der Glykogenspeicher) und so wenig wie möglich belastet werden. Wer dies nicht berücksichtigt riskiert Übertraining und die damit verbunden Folgen.


Übertraining

Man kann sehr schnell ins Übertraining kommen, wenn man gewisse Mindestregenerationszeiten nicht einhält. Übertraining ist ein Zeichen dafür das der Körper mit den Trainingsbelastungen überfordert ist. Entweder durch eine zu hohe Intensität oder eine zu hohe Satzzahl. Oder auch weil man den Muskel zu schnell nach einem Training wieder belastet. Deshalb sollte man auch eine Muskelgruppe, die noch stark Muskelkater geschädigt ist, nicht trainieren.
Symptome von Übertraining sind z.B. Schlappheit und Niedergeschlagenheit. Wenn dies der Fall sein sollte, dann unbedingt eine Trainingspause für ca. 1 Woche einlegen.

So deutet man Übertraining:

- Allgemeine Antriebslosigkeit
- Schlafstörungen
- erhöhter Ruhepuls
- Muskel- und Gelenksschmerzen
- sexuelles Verlangen geht zurück
- plötzliches Schwarzwerden vor den Augen

Um nur einige der Anzeichen zu nennen.

Man sieht das Spektrum der Anzeichen ist äußerst groß. Übertraining hat etwas mit einem Ungleichgewicht im Aminosäurestoffwechsel zu tun. Dadurch verschiebt sich das Gleichgewicht zwischen Plasmakonzentration, Tryptophan und den verzweigkettigen Aminosäuren was zu einer Erhöhung des Serotonin in den Nervenzellen und im Gehirn führt. Das damit entstehende Ungleichgewicht ist mit höchster Wahrscheinlichkeit der Grund, das Depressionen auftreten und es zur Verschlechterung des Allgemeinzustandes führt


Muskelkater

Früher dachte man nur bei Muskelkater wächst der Muskel. Das ist natürlich nicht richtig, allerdings kann der Muskelkater ein gutes Zeichen sein. Muskelkater ist ein Zeichen von Überlastung. Ein Untrainierter erreicht das natürlich schnell, und tut seinem Körper damit keinen Gefallen. Für einen fortgeschrittenen Bodybuilder der sich schon lange im Training befindet, signalisiert ein Muskelkater aber eine neue Belastung an die der Körper nicht gewohnt, nicht vorbereitet war, z.B. wenn man neue Übungen ins Training bringt.

Woher kommen die Schmerzen?
Früher dachte man die Milchsäure (Übersäuerung) im Muskel wäre dafür verantwortlich. Heute weiß man aber, das nicht die Milchsäure (Laktat) dafür verantwortlich ist, denn der Laktatwert geht innerhalb der nächsten Stunden wieder auf den Ursprungswert zurück. Der Grund für die Schmerzen ist ein Anderer. Ein überlasteter Muskel weist winzige "Mikrotraumata" (kleine Risse) in den Muskelfasern auf. Durch diese Risse dringt langsam Wasser ein, so dass sich nach einiger Zeit (24-36 Stunden) kleine Oedeme bilden. Die Muskelfaser schwillt durch das eindringende Wasser an und wird gedehnt. Der wahrgenommene Dehnungsschmerz ist der Muskelkater. Bei Muskelkater können heiße Bäder und/oder Massagen von Vorteil sein. Dies fördert die Durchblutung und die betroffene Muskelgruppe kann sich schneller regenerieren. Massagen helfen die Verspannungen im Muskel abzubauen, was auch sehr förderlich sein kann.


Muskelkrämpfe

Am häufigsten treten Muskelkrämpfe bei Athleten mit einer hohen Ausdauerbelastung wie etwa im Verlaufe eines Fußballspieles oder eines Langstreckenlaufes auf. Der exakte Entstehungsmechanismus für einen Muskelkrampf ist noch nicht bekannt, jedoch gibt es verschiedene Ursachen, welche die Entstehung von Muskelkrämpfen begünstigen können: Die wahrscheinlichste Ursache ist wohl ein größerer Flüssigkeitsverlust im Laufe einer stärkeren Belastung und dann womöglich noch bei warmer Witterung. Jedoch können auch leichte mechanische Veränderungen, zum Beispiel eng sitzende Socken oder zu eng geschnürte Schuhe, Kälte oder auch Krampfadern die Entstehung von Muskelkrämpfen begünstigen.
Der Muskelkrampf wird im Grunde genommen dadurch behoben, daß die entsprechende Muskulatur vorsichtig wieder aufgedehnt und leicht massiert wird. Auf keinen Fall sollte ein verkrampfter Muskel mit großer gegenläufiger Gewalt aufgedehnt werden, da es dabei nur zu noch weiteren Verletzungen im Bereich der Muskulatur kommen kann.
Um Krämpfen vorzubeugen, sollte sich jeder Sportler vor der Belastung intensiv auf wärmen und intensiv dehnen. Während der sportlichen Belastung sollte genügend Flüssigkeit aufgenommen werden und auf eine korrekt sitzende Ausrüstung sollte ebenfalls geachtet werden. Sollte es bei einem Sportler trotzdem häufig zu Krämpfen kommen, muß eine ärztliche Untersuchung (Blutabnahme) durchgeführt werden, um nach spezifischen Ursachen zu forschen.


Muskelprellung

Diese Verletzung (zum Beispiel Pferdekuß) kennt jeder. Das große Problem hierbei ist, daß es zu einer Blutung entweder in den Muskel selber oder in die einzelnen Muskellogen kommen kann. Aus diesem Grund ist es erforderlich, den verletzten Bereich sofort zu kühlen, oder besser noch mit einer in Eiswasser eingelegten Kompressionsbinde - eventuell Schaumstoffpolster - zu behandeln. Durch diesen von außen einwirkenden Druck und die Kühlung entsteht meistens nur ein geringerer Bluterguß.
Wichtig bei der Therapie dieser Verletzung ist es, Einrisse in die Muskulatur, welche ja auch durch die stumpfe Gewalteinwirkung auftreten können, auszuschließen oder gegebenenfalls wie einen Muskelfaserriß zu behandeln. Ist es durch die Muskelprellung lediglich zu einem Bluterguß gekommen, sollte eine Sportpause bis zum Abklingen der Schmerzen eingehalten werden, und während dieser Zeit eine physikalische Therapie mit Strombehandlungen und Lymphdrainagen durchgeführt werden.


Myogelosen und Muskelverhärtungen

Unter Myogelosen versteht man lokale, gut fühlbare, meistens druckschmerzhafte Verhärtungen der Muskulatur, welche insbesondere bei Überanstrengungen, Infektionskrankheiten und muskulären Ungleichgewichten auftreten. Unter Muskelhärten hingegen versteht man Verspannungen in großflächigen Muskelarealen. Solche generalisierten Muskelhärten treten in letzter Zeit gehäuft bei Sportlern in Schwerkraftdisziplinen auf, welche neben intensivem Krafttraining auch eine gleichzeitige Kreatin-Einnahme durchführten. Die Behandlung der Myogelosen und Muskelhärten besteht in Ausschalten der Entstehungsursache, Beseitigen muskulärer Ungleichgewichte sowie Blockierungen oder chronischer Infektionen. Zur Förderung der Durchblutung und Detonisation des betreffenden Muskels empfehlen sich Wärmebehandlungen mit Fango sowie anschließende detonisierende Massagen und krankengymnastische Übungstherapie. Als eine besonders wirksame physikalische Maßnahme haben sich Lymphdrainagen erwiesen. Als medikamentöse Maßnahme kommt vor allem die lokale Infiltration mit einem Lokalanaesthetikum in Frage, zusätzliche lokale Behandlung mit Diclofenac Emulgel. Defizite im Elektrolyt- oder Spurenelementbereich müssen ausgeglichen werden. Der systemische Einsatz von muskelentspannenden Medikamenten ist beim Sportler kritisch zu überdenken, da es durch die systemische Wirkung zu Koordinationsstörungen und Leistungseinbußen kommen muß.


Muskelzerrung

Diese Dehnungsverletzung bewirkt eine Zugverletzung des Gitterfasernetzes ohne Zerstörung der funktionellen Einheiten (Muskelfasern) selbst. Es handelt sich hierbei also um einen funktionellen,
keinen anatomischen Schaden. Häufiges Auftreten im Bereich der Muskulatur des Beines.

Erkennen:

• langsame Steigerung der Beschwerden bei andauernder Belastung
• Unbehagen, "Ziehen" im Muskel
• Krampfartige Schmerzen

Maßnahmen:
bei geringen Beschwerden
Kühlung (Eiswasserabreibung, 20 Minuten, Kältekissen z.B. von Lavit)
vorsichtiges Dehnen
Schonung
bei heftigen Schmerzen: Vorgehen wie Muskelfaserriß/Muskelriß

Therapie
Bei der Muskelzerrung besteht die weitere Therapie, nachdem zunächst gekühlt wurde, in physikalischen Maßnahmen mit Strombehandlungen sowie Lymphdrainagen zum Abtransport des entstandenen Blutergusses. Eine Sportpause muß meistens von fünf bis zehn Tagen eingehalten werden.



Muskelfaserriß, Muskelriß und Sehnenriß

Überdehnungen der Muskulatur, sowie Einrisse in die Muskulatur treten gehäuft bei hoher Schnellkraftbelastung der Muskulatur auf, z.B. beim Sprint und Sprung.
Sehr oft betroffen sind Muskeln, welche zwei Gelenke, wie zum Beispiel die Wadenmuskulatur oder
die Streck- und Beugemuskulatur des Oberschenkels, überspannen.

Diese schwerwiegende Verletzung entsteht durch eine Überschreitung der Elastizitätsgrenze des Muskels. Verletzt werden dabei die Funktionseinheiten (Muskelfasern/ -bündel) mit Einblutung. Häufigste Ursache ist eine schlechte Vorbereitung (Aufwärmen), Ermüdung der Muskulatur oder muskuläre Ungleichgewichte.

Erkennen:
akutes Ereignis
plötzlich auftretender Schmerz (peitschenhieb-, schlag- oder messerstichartige Schmerzen)
ggf. Dellenbildung im Muskel- oder Sehnenverlauf
Schwellung, Hämatom

Verschiedene Einteilungsgrade
Bei diesen Verletzungsarten gibt es zwei verschiedene Einteilungsgrade: Zum einen benutzt man die Begriffe Muskelzerrung, Muskelfaserrisse und Muskelriß, zum anderen gibt es auch die Bezeichnung des Muskelfaserrisses ersten Grades (Zerrung), den Muskelfaserriß zweiten Grades (Muskelfaserriß) und den Riß dritten Grades (Muskelriß). Meist wird die erstgenannte Einteilung bevorzugt.
Bei einer Zerrung kommt es zu einer Überdehnung der einzelnen Muskelpartien, wobei noch keine Kontinuitätstrennung erfolgt. Bei einer solchen Verletzung kommt es zu einem plötzlich einsetzenden Schmerz im Muskel, welcher jedoch oft nach einer kurzen Ruhephase abklingt und der Sportler häufig noch für eine kurze Zeit versucht, weiterzumachen. Unter Belastung nehmen die Schmerzen jedoch wieder zu, so daß die Belastung eingestellt werden muß.

Diagnose
Bei einem Muskelfaserriß oder einem Muskelriß kommt es zu einem sehr starken stechenden Schmerz (peitschenhieb-, schlag- oder messerstichartige Schmerzen), welcher die weitere Belastung unmöglich macht. Bei einem Faserriß trennen sich nur einige Fasern voneinander, während es beim Muskelriß zu einer kompletten Trennung des ganzen Muskels kommt.
Die erste Behandlung bei allen drei Verletzungen besteht zunächst in der Kühlung, um einen aufgetretenen Bluterguß relativ gering zu halten. Die genaue Einteilung der Verletzung geschieht dann anhand der Untersuchung, bei welcher man bei den Faserrissen oft eine "Delle" im Bereich der Verletzung tastet. Beim Muskelriß läßt sich dagegen meist eine größere "Lücke" im verletzten Bereich tasten.


Maßnahmen:
P
= Pause
E= Eis
C= Compression
H= Hochlagern

"PECH" ist eine leicht zu merkende, vereinfachte Grundregel bei Sportverletzungen. Eine konsequente, lineare Abfolge der einzelnen Maßnahmen ist nicht immer korrekt. Vielmehr müssen in der Praxis die Maßnahmen situativ variiert werden. PECH ist also nicht als Dogma zu sehen, sondern als ein Vorschlag. (Was kann zuerst angewandt werden?)

P: Unterbrechung der Sportausübung, Körperruhe

E: sofortige Kühlung durch geeignete Kühlmittel. (Kältekissen, Eisschwamm, Eisbandage, "Hot-ice").
Kurzzeitige Kühlung: Durchblutungsförderung (meist nicht erwünscht!)
Langzeitige Kühlung: Tiefenwirkung, dadurch Schmerzlinderung, Muskelentspannung, Gefäß-engstellung!
Dauer der Kältebehandlung: Je nach Schweregrad 2-3 Stunden, langsam ausklingend.
Die Kälteanwendung darf aber ohne Unterbrechung nie länger als 20 - 30 Minuten andauern.

C: Bindenverband mit elastischer (Kurzzug-) Binde oder Sportbandage, flächendeckend, herzwärts wickeln. Auf Stauung achten! Gelenke in der natürlichen Stellung bandagieren. Auf Schmerzäußerung des Betroffenen achten. Vorsichtige Anwendung bei schwerwiegenden Gelenkverletzungen. Sollten weder Eis noch Verbandmaterialien zügig greifbar sein (Waldlauf...), kann eine Kompression zuerst auch mit den bloßen Händen durchgeführt werden.

E/C, C/E: Möglichkeit der Kombination beider Maßnahmen durch Einbinden eines Kältekiisen (z.B. von Lavit)/Eisschwamms in die ersten Bindengänge oder Verwendung einer Eisbandage. Dabei kein direkter Hautkontakt! Durch die Kombination beider Maßnahmen darf allerdings der Beginn der Kühlung nicht hinausgezögert werden! Bei angelegter Kompression soll spätestens nach Ablauf einer halben Stunde eine Kontrolle des betreffenden Körperteils erfolgen. Bei Fortsetzung der Kühlkompression muß jeweils das Kältekissen ausgetauscht bzw. der Eisschwamm mit frischem Eiswasser getränkt werden.

Tip: Eiswürfel/Kältekissen in Kühlfach/Kühltruhe bevorraten!

H: Lagerung der betroffenen Extremität über Herzhöhe, dadurch Beschleunigung des venösen Rückflusses bzw. Behinderung des arteriellen Zuflusses (Verstärkung des Blutstilleffektes).

Der Sportler sollte auf jeden Fall einen angelegten Druckverband beim Duschen anbelassen.

Selbstverständlich sollten alle Verletzungen, die einen akuten Verlauf und Erste Hilfe in Anspruch nahmen, einem Arzt vorgestellt werden!

Therapie
Bei den Muskelfaserrissen sollte nach zunächst durchgeführter Kühlung versucht werden, mit Tapeverbänden die auseinandergezogenen Muskelpartien wieder anzunähern. Auch bei dieser Verletzung sollte, nachdem die erste Heilung eingetreten ist, eine physikalische Therapie mit Strombehandlungen und Lymphdrainagen angeschlossen werden. Bis ein Muskelfaserriß auskuriert ist und die Muskelpartie wieder voll belastet werden kann, vergehen zwei bis sechs Wochen.
Bei einem größeren Muskelriß erfolgt auch zunächst die Kühlung und als zweiter Schritt wird ebenso wie beim Faserriß versucht, die Muskelpartie per Tapeverband wieder einander anzunähern, um den sich bildenden Narbenbereich relativ klein zu halten. Manchmal kann es jedoch auch nötig sein, die gerissenen Muskelpartien operativ wieder einander anzunähern. An weiterer Behandlung kommt auch bei dieser Verletzung die oben beschriebene physikalische Therapie zur Anwendung. Bei kompletten Muskelrissen ist von einer Sportpause von sechs Wochen und mehr auszugehen. Die Therapien der Faserrisse bzw. Muskelrisse zielen alle darauf ab, den entstehenden Narbenbereich so klein wie möglich zu halten. Als ausgeheilt kann eine Muskelverletzung erst dann gelten, wenn unter langsam beginnender sportlicher Belastung völlige Schmerzfreiheit besteht. An Wettkämpfen sollte ein Sportler erst dann wieder teilnehmen, wenn er nach überstandener Verletzung im Training (langsames Steigern der Trainingseinheiten) völlig beschwerdefrei ist, das heißt, auch kein Druck- und Dehnungsschmerz mehr vorhanden ist.

Mögliche Komplikationen
Die häufigsten Komplikationen nach Muskelverletzungen sind größere Narbenbildungen (bei nicht ausreichend behandelten Muskelfaserrissen und Muskelrissen) sowie die Entstehung von Verkalkungen im Bereich der Verletzungen. Zu diesen beiden Veränderungen kommt es meistens dann, wenn ein Muskelfaserriß oder Muskelriß nicht erkannt oder behandelt wurde, oder wenn ein Sportler zu früh (noch unter Schmerzen) das Training oder den Wettkampf wieder aufgenommen hat.

Empfehlungen der Sportmediziner

Um das Verletzungsrisiko der Muskulatur so gering wie möglich zu halten, ist es sehr wichtig, sich vor jeder größeren sportlichen Belastung genügend warm zu machen und genügend Dehnübungen für die einzelnen Muskelpartien durchzufahren. Eine ausgewogene Ernährung sowie speziell eine höhere Flüssigkeitszufuhr während der intensiven sportlichen Belastung ist ebenfalls sehr wichtig.


Muskelprellung ("Pferdekuß")
Eine stumpfe Gewalteinwirkung (Tritt, Schlag, Stoß) führt zu einer Quetschung der Weichteile mit evtl. Gefäßverletzung mit folgender Einblutung.
Die Prellung (Kontusion) ist die häufigste Sportverletzung überhaupt.

Erkennen:
Rötung/Schwellung (Prellmarken)
Berührungsempfindlichkeit

Maßnahmen:

PECH

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